Eine triste Betonwand in den Esslinger Weinbergen ist in den vergangenen Tagen zu einem echten Hingucker geworden. Im Rahmen eines großen Graffiti-Projekts gestalteten Schülerinnen und Schüler der Zollberg-Realschule gemeinsam mit weiteren Esslinger Schulen die rund 25 Meter lange Wand mit farbenfrohen Motiven zur Geschichte und zu den Sagen der Stadt Esslingen.
Bereits im Vorfeld fand an der Zollberg-Realschule eine gemeinsame Auftaktveranstaltung mit allen beteiligten Schulen statt. Dort stellte der Sozialpädagoge und Graffiti-Künstler Sergio Acardi das Projekt vor und führte die Jugendlichen in die Grundlagen der Graffiti-Kunst ein. Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler in ihren Schulen eigene Entwürfe. Inhaltlich beschäftigten sie sich mit der Geschichte Esslingens sowie bekannten Sagen der Stadt – darunter beispielsweise der Postmichel oder die Esslinger „Zwieblinger“. Diese Motive wurden später zu einem gemeinsamen Gesamtkunstwerk zusammengeführt.
Am Dienstag, 14. Juli, war es schließlich soweit: Die Schülerinnen und Schüler der Zollberg-Realschule verbrachten einen Vormittag in den Weinbergen und setzten ihre Ideen mit Spraydosen auf der Betonwand um. Unter fachkundiger Anleitung von Sergio Acardi entstanden eindrucksvolle Bilder, die nicht nur die Kreativität der Jugendlichen widerspiegeln, sondern auch einen Bezug zur Geschichte ihrer Heimatstadt herstellen.
Begleitet wurde das Projekt vom Grünflächenamt der Stadt Esslingen, das die Gestaltung der bislang unansehnlichen Betonwand initiierte und unterstützte. Ziel war es, den öffentlichen Raum aufzuwerten und gleichzeitig Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Die Stadt beschreibt das Projekt als Beispiel gelungener Jugendbeteiligung: Aus einer grauen Betonfläche entstand ein weithin sichtbares Kunstwerk, das die Esslinger Weinberge bereichert und Geschichte auf kreative Weise erlebbar macht.
Für die Schülerinnen und Schüler der Zollberg-Realschule war das Projekt eine besondere Erfahrung. Sie konnten nicht nur verschiedene Graffiti-Techniken kennenlernen, sondern auch erleben, wie aus ihren eigenen Entwürfen ein dauerhaftes Kunstwerk im öffentlichen Raum entsteht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die farbenfrohe Gestaltung setzt einen neuen Akzent in den Weinbergen und zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftliches Engagement, Kunst und Heimatgeschichte miteinander verbunden werden können.
Text und Bild: Zollberg-Realschule


